"Die fotografische inszenierung des (weiblichen) Körpers wird im digitalen Zeitalter einer messerscharfen Zäsur unterworfen: Eine idealisierte Vivisektion teilt den Körper artifiziell auf, verdünnt ihn und verkoppelt ihn mit heterogen zersplitterten Perspektiven.
Der klassische Akt hat ausgedient, der künstlerisch verbrämte Ausdruck eines sinnlichen Ganzkörpergefühls ist nicht länger gefragt. Naturalistische Körperlandschaften werden in den Hintergrund gedrängt und zu special effects degradiert. Digital manipulierte bzw. generierte Körperflächen überziehen den öffentlichen Raum .Der skelettierte Fetisch und porenfreie Hautbezug nähern sich einem in Wahrheit völlig irrealem, in sich verkapselten Schönheitsideal an. Biometrie ersetzt die Biologie, die Chirurgie die Diät.
Allgegenwärtig begegnen uns die in ihrem Jugendlichkeits-Wahn erstickten Chimären hipper Twiggy-Klone, im kurzatmigen Glamour zwischen Laufsteg, Film, Celebrety und Soap."
Dr. Peter V. Brinkemper,
Herausgeber von "World Media Park, Globale Kulturvermarktung heute" und Mitarbeiter bei www.telepolis.de